Zukunft der Arbeit: Prof.David Spencer fordert Drei-Tage-Woche

Zukunft der Arbeit: Prof.David Spencer fordert Drei-Tage-Woche

Trotz Automatisierung in vielen Bereichen arbeiten die Menschen zu viel, die Arbeit sollte auf
eine Drei-Tage-Woche reduziert werden unter anderem auch, um die negativen gesundheitlichen Auswirkungen zu reduzieren:
http://www.n24.de/n24/Wissen/Job-Karriere/d/7237004/wirtschaftsforscher-fordert-vier-tage-wochenende.html

Dies würde allerdings bedeuten, dass unnütze Arbeit nicht forciert werden dürfte, es darf quasi den Heizer auf der E-Lok nicht mehr geben.
Sicherlich wünscht sich das kaum ein Politiker, der das undifferenzierte Mantra des „Arbeit ist wichtig“
(„Arbeit über alles“ wäre hier vielleicht etwas deplaziert) mitsingt.

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Fachkräftemangel im IT-Bereich: gibts den wirklich?

Fachkräftemangel in der IT: gibts den wirklich?

Begibt man sich auf die Seiten der bundeseigenen sog. Jobbörse und sucht Arbeitssuchende mit dem Suchkriterium irgendeiner bekannteren Programmiersprache, so stößt man für JEDE größere Stadt auf oft HUNDERTE Suchende, die sich dann wohl zwecks Aussichtslosigkeit des Unterfangens teils versuchen in völlig fachfremden Bereichen zu tummeln.
Darunter als Beispiel der folgende 37jährige Arbeitssuchende, der sich als Kommissionierer bewirbt und als Qualifikation einen breiten Schwerpunkt von IT-Fähigkeiten vorzuweisen hat, als da ausschnittsweise anzuführen wären u.a.:

„…Programmiersprache ABAP (SAP), Programmiersprache ActionScript, Programmiersprache ActiveX, Programmiersprache Basic, Turbo Basic, Programmiersprache C, Programmiersprache C++, Programmiersprache Delphi…“

Das dies einschlägige Qualifikationen zur Software-Entwicklung darstellen und die Suche der Jobbörse mit 20 gefundenen Seiten a 10 Einträgen abbricht, mithin also 200 Kandidaten ausgegeben werden und die noch weiteren existierenden Kandidaten unterdrückt werden, kann von einem Kandidatenmangel schwerlich die Rede sein.

Da in den vielen privaten Jobbörsen sich auch Arbeitssuchende eintragen, die mehr an einem Stellenwechsel aus einem noch vorhandenen Arbeitsplatz heraus interessiert sind und das nicht immer positive Image eines Eintrages bzw. einer Suche mittels bundeseigener Jobbörse umgehen wollen, existieren also noch deutlich mehr als nur durch die BA-Jobbörse auffindbare Arbeitskräfte.

Es zwingt sich der Verdacht auf, dass das Proklamieren eines Fachkräftemangels für diesen Bereich völlig andere Gründe haben muss…

Bahnstreik und Automation – ein teuer verpasster Wendepunkt?

Streik und Automation – ein teuer verpasster Wendepunkt?

Nach Einschätzungen des DIW Berlin betragen die durch erliegenden Bahnverkehr verursachten Kosten ab dem dritten Tag 2008 ca. 70mio Euro täglich[1], aktuell (2015) belaufen sich die täglich anzusetzenden Schäden schätzungsweise auf mind. ca. €100mio. In der Summe könnten sich die Schäden des aktuellen Eisenbahner-Streiks, wenn er schon nach sechs Tagen enden würde, insbesondere für die Industrie auf über €500mio beziffern [2].

In einem Welt-Online-Artikel anläßlich des Bahnstreiks letzten Jahres wurden die Aussagen von Siemens und Bombardier erwähnt, nach denen Bahnautomatisierung im Sinne von Verzichtbarkeit des Lokomotivführers technisch kein Problem mehr darstellt (Der Artikel wurde leider entfernt, vermutlich wegen der politischen Brisanz). Das Beibehalten eines Lokführers wurde mit Akzeptanzproblemen von führerlosen Zügen beim Publikum begründet.

Wie in einem vorhergehenden Artikel dieser Serie erwähnt, ist die U-Bahn-Automatisierung allein schon durch den jahrzentelangen fahrerlosen Betrieb der U-Bahn Lille in Frankreich als praxistauglich anzusehen.

Für 2020 hat Daimler-Chefentwickler das autonome Fahren für PKW angekündigt [4], eine sicherlich technisch anspruchsvollere Aufgabe als das autonome Fahren für schienengebundene Fahrzeuge.

Warum also bei den so entstehenden Schäden eine Automation nicht wesentlich verstärkt vorangetrieben wird, ist wohl nur noch politisch zu erklären, z.B. allein durch die im wesentlichen wegfallenden Anzahl von aktuell ca. 14000 Schienenfahrzeugführern [5].
Es drängt sich in dem Zusammenhang die sprichwörtliche Parallele des Heizers auf der E-Lok auf. Hier wurden in England durch Gewerkschaften bei verstärkter Umsetzung von Dampf- auf Elektrobetrieb Heizer-Stellen auf Elektro-Lokomotiven durchgesetzt. Diese Heizer hatten natürlich keine ernsthafte Beschäftigung auf der E-Lok, allerdings waren die durch diese Absurdität verursachten Schäden völlig vernachlässigbar im Vergleich zu dem aktuell vorliegenden Fall, der auch nicht einer gewissen, jedoch anders gearteten Absurdität entbehrt.

Akzeptanzprobleme der Fahrgäste für führerlose Züge dürften sich angesichts der Streikwellen des letzten und dieses Jahres und den damit verbundenen erheblichsten Ärgernissen und Einschränkungen langsam in Luft auflösen.

Der aktuelle Bahnstreik ist ebenso wie der Bahnstreik im Herbst vergangenen Jahres geprägt von der intergewerkschaftlichen Auseinandersetzung über die Zuständigkeit für die betroffene Gruppe der Arbeitnehmer. Die Gewerkschaft der Lokführer sieht in Konkurrenz zur EVG für sich auch ein weiter durchzusetzendes Vertretungsrecht für das gesamte Zugpersonal, nicht nur für die Lokführer[3].

 

[1] http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.451592.de
[2] http://www.welt.de/wirtschaft/article140493233/Wie-teuer-der-Streik-der-Lokfuehrer-wirklich-wird.html
[3] http://www.focus.de/finanzen/news/bahnstreik-gdl-beendet-arbeitskampf-der-laengste-bahn-streik-der-geschichte-ist-zu-ende_id_4260517.html
[4] http://www.welt.de/wirtschaft/article137958214/Schon-in-fuenf-Jahren-gibt-es-das-fahrerlose-Auto.html
[5] http://www.allianz-pro-schiene.de/eisenbahner-mit-herz/daten-und-fakten-eisenbahner-mit-herz.pdf

 

JEL-Kategorie

J30;J31;J38;J51;J58

Automatisierung für Alle(s)

Automatisierung für Alle(s):

Auch die Automatisierung geistiger Arbeit soll nun in verstärktem Masse in Angriff genommen werden, um nicht zu sagen, dass dieser Prozess schon stark zugange wäre, befindet mit dieser Kernaussage Redakteur Ulrich Clauß von der Welt [1].

Nur Personaler, Personalvermittler und Mediziner würden davon ausgenommen bleiben.

Hierbei scheint ihm entgangen zu sein, dass schon 1972 ein Expertensystem namens Mycin fertiggestellt wurde, das zur korrekten Einsetzbarkeit von Antibiotika eingesetzt wird.

Dieses Expertensystem scheint allerdings bei den Ärzten leider keine Akzeptanz zu besitzen, setzt es doch wohl quasi kein Arzt ein, obwohl es dann sicherlich viele Leben retten könnte.

Ein ähnliches „Akzeptanzproblem“ wurde unlängst bei den Führerständen von Lokomitiven im Eisenbahnverkehr konstatiert. Diese Führerstände sind nach weitgehend einhelliger Meinung schon lange automatisierbar, und in Lille in Frankreich läuft schon Jahrzehnte eine U-Bahn ohne Fahrer.

Auch für andere Bereiche ließe sich aufführen, dass hier bei weitem völlig andere Automatisierungsgrade machbar wären.

Es handelt sich also offensichtlich nicht wirklich um ein euphemistisch als solches deklariertes Akzeptanzproblem, sonder viel eher um ein Verhinderungsproblem, das ggf. noch im Detail zu analysieren sein wird.

[1] http://www.welt.de/debatte/kommentare/article140410380/Nun-wird-die-gedankliche-Arbeit-mechanisiert.html

Die Bewertung von Stellenangebots-Statistiken

Die Bewertung von Stellenangebots-Statistiken

liefert durch die blanken Arbeitsmarktzahlen der Jobbörse der dt. Arbeitsagentur kein brauchbares Bild, wenn man folgende Faktoren mit einbezieht:

Der Anzahl der tatsächlich verfügbarer Stellen nähert man sich an durch Abzug von u.a.
-nicht gelöschten Stellenangeboten
-Stellenangeboten, die zu Testzwecken eingestellt wurden
-Vorrats-Suchen, d.h., es werden Angebote eingestellt, die nicht wirklich aktuell zu besetzen sind, deren Billigbesetzung durch günstige Fachkraft allerdings Vorteile verspräche. Man sucht also auf Vorrat und schaut sich einmal an, was sich so meldet.
-Doppelmeldungen, die durch Variation der Jobkriterien die Streuweite erhöhen sollen.
Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass verschiedene private Vermittlungsfirmen, die kooperieren, auch entsprechend unter verschiedenem Namen die gleiche Stelle inseren können.

Hieraus folgt insgesamt:
Die Zahl der tatsächlich nicht existierenden oder nicht zur Verfügung stehenden, also fiktiven Stellen dürfte nicht unerheblich sein.

 

Auf der anderen Seite muss auch davon ausgegangen werden, dass sog. Bewerberprofile ggf. mehrfach für einen Bewerber vorhanden sind. Es kann also nicht zwingend von der Zahl der Profile auf die reale Zahl der Bewerber geschlossen werden.

 

Weiterhin wird die Ermittlung  der tatsächliche Anzahl der Bewerber im Falle der Jobbörse der Arbeitsagentur in vielen Fällen dadurch verhindert, dass nur max. 200 Suchtreffer angezeigt werden.
Dies hat dann leider auch ganz zufällig zur Folge, dass für gewisse Bereiche nicht wirklich ermittelt werden kann, ob tatsächlich Fachkräftemangel herrscht.

 

Es verbleibt also leider festzustellen, dass aus diesen Zahlen keine aussagekräftigen stellenmarktorientierten Einsichten zu gewinnen sind. Was vermutlich nicht wirklich zufällig so ist.

 

 

 

AA Statistik-Einblick 2015-05-01

AA Statistik aktuell 2015-05-01

Bewerberprofile: 3.044.175

Inserierte Stellen: 903.806

Ausbildungsstellen: 253.460


Aufschlüsselung nach Bereich, beginnend mit der größten Angebotsanzahl:

Metall, Maschinen- und Fahrzeugbau: 134060 Stellenangebote

Hilfstätigkeiten rd. 76100 Stellenangebote

Büro, Wirtschaft, Verwaltung rd. 72.000 Stellenangebote

Gesundheit, Medizin, Pflege, Sport rd. 71.700 Stellenangebote

Bau, Architektur, Vermessung rd. 68.600 Stellenangebote

weit abgeschlagen aus der sog. hoch-unterbelegten Fachkräfte-Branche:

IT, DV, Computer, Mathematik: rd. 27.900 Stellenangebote

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Man beachte, dass mit Stellenangeboten explizit gemeint ist, dass diese inseriert sind und NICHT, dass diese tatsächlich zur Verfügung stehen.

Wertvolle Details zur Verwertbarkeit solcher Zahlen finden sich in

https://jobzin.wordpress.com/2015/05/01/die-bewertung-von-stellenangebots-statistiken

Gehaltsstrukturen: Verbeamtet 500€ mehr als nicht verbeamtet

Gehaltsstrukturen: Verbeamtet 500€ mehr als nicht verbeamtet Quasi-Zitat: „Angestellte, die nach Tarifvertrag der Länder (TV-L) entlohnt werden, verdienen bis zu 500 Euro brutto weniger als verbeamtete Mitarbeiter.“ [1] Ein wesentlicher Aspekt des Beamtentums stellt die dem verbeamteten Mitarbeiter qua Beamtenstatus zur Verfügung gestellte Sicherheit dar. Diese Sicherheit ist durchaus in Geldeswert zu bemessen, so dass sich hieraus ein de-facto-Gehaltsaufschlag ergibt. Der verbeamtete Mitarbeiter hat nicht die Unsicherheiten und Anforderungen des freien Arbeitsmarktes zu tragen, braucht sich auch nicht um Tendenzen auf eben diesem Markt zu kümmern, die seine Arbeitsplatzsicherheit gefährden könnten. Somit ergibt sich durch die hier zu beobachtende Bezahlungsstruktur der verbeamteten Mitarbeiter eine Inversion des Grundgedankens der Bezahlungshöhe nach anzuwendenden Bemessungskriterien. Aus dem Umstand, dass es sich bei den nicht-verbeamteten Mitarbeitern noch um Mitarbeiter im Integrations- und im Versorgungsamt der Stadt Hamburg handelt, ergibt sich aufgrund der von einem öffentlichen Arbeitgebern zu erwartenden Sorgfaltspflicht eine besondere Pikanterie. Die hier zu verortende Schieflage bewerte ich als sehr erklärungsbedürftig. [1] http://www.welt.de/regionales/hamburg/article140144571/Inge-Hannemann-will-wissen-was-Kollegen-verdienen.html